Stücke fürs Handpuppentheater |
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| Betagelesen von emar. | |
| Nichts für Schwächlinge | Meine Erfahrungen mit dem National Novel Writing Month 2007, an dem ich teilgenommen, und den ich gewonnen habe. (2007-2008) |
| Ein argumentatives Kochrezept oder: Ein Essay Schritt für Schritt |
Was ist ein Essay, und wie schreibe ich ihn am besten? Eine Anleitung in sechs Schritten. (2008) |
| Ein Blick in den Obstkorb oder: Diese lästigen Bezeichnungsprobleme |
Was darf man eigentlich Drabble nennen? Und was nicht? Und was gibt es sonst noch so im Bereich der Kurzfiktion? (2008) |
| Das Auge isst mit oder: Plädoyer für Format |
Wie kann man einen Text online gut lesbar machen, und was sollte man lieber vermeiden? (2008-2009) |
| Fanfiction auf Bestellung: Über Prompts und Wünsche |
Wie formuliert man seine Wünsche so, dass sie sowohl den Autor wie auch den Wünscher zufrieden stellen?(2009) |
| Z€iςhən$al@†: Seltene Zeichen und wie man sie verwendet |
Die gebräuchlichsten 88 Zeichen der deutschen Sprachen kennen wir vermutlich alle. Es gibt jedoch noch ein paar andere Zeichen, die weniger bekannt sind. Von Anführungs- und Ironiezeichen. (2009) |
| Literarische Vorkoster: Über die Vorteile von Betalesern | Was bringt es einen Betaleser zu beschäftigen? Was sollte ein Betaleser können? Und wie sieht es überhaupt aus, wenn ein Betaleser und ein Autor zusammenarbeiten? (2009) |
| Plagiate: Was sie sind und was sie nicht sind | Plagiate sind ein Problem im Fandom, nicht nur weil es sie gibt, sondern auch, weil viele nicht wissen, was sie sind und dadurch Unschuldige beschuldigen. (2009) |
| Nichts für Schwächlinge |
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Ende Oktober 2007. Ich habe keinen Plan, keine Zeit und praktisch kein kreatives Potential. Ich melde mich aber trotz geringfügiger Zweifel beim National Novel Writing Month an, einem Schreibwettbewerb, bei dem man nichts gewinnen kann außer Selbstachtung und einem monströsen Berg an Wortsalat. Um zu gewinnen muss man 50.000 Wörter während des gesamten Novembers schreiben. Nicht vorher, nicht nachher. 50.000 Wörter in 30 Tagen. Das bedeutet mindestens 1667 Wörter pro Tag. So weit, so gut. Ich habe mich angemeldet. Und da ich sowieso nur teilnehmen will, weil mich seit dem Sommerstress eine Schreibblockade ungeahnten Ausmaßes plagt, rechne ich auch nicht mit viel. Der November soll mich nur wieder zum Schreiben bringen. 20.000 Wörter, das wär’ nicht schlecht, egal worüber. Es muss noch nicht einmal gut sein. Nur annähernd grammatisch korrekt und verständlich. Und so verbringe ich die letzten Tage des Oktobers damit mich zu entspannen. Ich habe eine einzige Szene im Kopf, nichts Großes, und ein, zwei Sätze vielleicht. Das wird schon irgendwie, wenn ich mich eine Stunde pro Tag dransetze, am Wochenende vielleicht zwei, dann schaffe ich die 20.000, und mit ein bisschen mehr Zeit könnte ich sogar die 50.000 knacken. Aber das ist ja sowieso nicht so wichtig. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich für meine längste Geschichte sechs Jahre gebraucht habe, und dass die auch nur 70.000 Wörter lang geworden ist. Am 31. Oktober bleibe ich lange auf, und um kurz nach Mitternacht fange ich an zu schreiben. Ungefähr 1800 Wörter schaffe ich in der ersten Nacht. Ein Erfolgserlebnis. Soviel hatte ich seit Monaten nicht geschrieben. Doch natürlich ist Allerheiligen auch der erste des Monats, und ich kann mir endlich wieder neue Folgen meiner neuen Lieblingsserie Doctor Who im Internet ansehen. Die Ausstrahlung in Deutschland liegt noch in weiter Ferne, und ich habe im Oktober gerade einmal die Hälfte der 40 Folgen sehen können, bevor ich mein Limit erreicht hatte. Kaum habe ich mit der ersten Folge angefangen, ist es auch schon um mich geschehen. Den Rest des Tages mache ich nichts anderes mehr, außer in Abständen die Küche nach Essbarem zu durchwühlen. Am nächsten Tag muss ich also mehr schreiben. Ist ja nicht so wild. Und tatsächlich, es gelingt. Mehrere Tage lang schaffe ich es, mich an den Richtwert von ungefähr 1667 Wörtern zu halten, mal mehr, mal weniger. Außerdem ist im Forum vom „NaNo“ von einem Treffen in Leipzig die Rede. Da draußen gibt es also noch andere außer mir, und ich bin wirklich neugierig darauf sie zu treffen. Wenn wir uns nur auf einen Termin einigen könnten! Doch daraus wird nichts. Stattdessen kommt mein Bruder zu Besuch. Wir unternehmen zwar nicht viel zusammen, aber es ist gar nicht daran zu denken, an diesem Wochenende noch etwas anderes zu machen. Schon gar nicht schreiben. Dazu sieht man sich schließlich einfach zu selten. Und sobald er weg ist, beginnt auch schon die nächste Woche, mit Hausaufgaben und Projekten. Die Küche müsste auch mal wieder geputzt werden. Das Weihnachtsgeschenk für meine Mutter muss ich auch noch stricken. Außerdem ist mir die Lust aufs Schreiben für den Moment vergangen. Aber das macht ja auch nichts. Es ist schließlich noch Zeit bis zum 30. und am Anfang konnte ich auch so schnell schreiben. Und dann, eines Tages, knapp eine Woche später, werfe ich einen Blick in die Profile meiner Mitstreiter. Ich hänge weit zurück, und plötzlich scheint das mit dem Aufholen auch gar nicht mehr so einfach zu sein. Noch dazu konnten wir uns im Forum endlich auf einen Termin einigen und das erste Treffen rückt immer näher. Am 18. soll es sein, gar nicht so weit weg von meiner Wohnung, am anderen Ende der Innenstadt in einem Café. Und ich hänge immer noch hinterher. Also stehe ich nun vor einem Dilemma: Wenn ich hingehe, blamiere ich mich, wenn ich immer noch nicht bei 15.000 Wörtern bin. Oder ich gehe nicht hin. Dann muss ich mich auch nicht rechtfertigen. Ich möchte aber hingehen. Und so schreibe ich, bis mir die Finger wehtun. Ich bekomme Rückenschmerzen von meinem nicht-ergonomischen Schreibtischstuhl und meiner ungesunden Haltung beim Schreiben. Ich schlafe viel zu wenig. Mein Koffeinkonsum steigt unaufhörlich. Aber ich schaffe es in der Nacht vor dem Treffen. Ich liege tatsächlich wieder im Plan, nicht für die 20.000, sondern für die 50.000. Meine Geschichte ist schon 31.000 Wörter lang. Jetzt will ich nicht mehr aufgeben. Die 50.000 schaffe ich, komme was wolle. Meine Geschichte fängt inzwischen auch wieder an, mir zu gefallen, dabei habe ich sie zwischenzeitlich für kompletten Schwachsinn gehalten. Ich lese mir die Motivationsmails durch. Und dann ist da ja noch das Treffen: Wir sind zu viert, und alles andere als pünktlich, aber wir reden bis spät in die Nacht. Am Ende des Abends kann ich nur noch krächzen, weil das Rauchverbot in Sachsen noch nicht in Kraft getreten ist. Den anderen geht es auch nicht viel besser, aber wir verabreden uns für den nächsten Sonntag. Es hat uns unglaublich motiviert, über die Eigenarten unserer Charaktere und die Plotlöcher unserer Geschichten zu reden. Wir sind nicht alleine mit unseren Problemen. Die zwei von uns, die noch 10.000 Wörter zurückhängen, holen rasant auf. Und ich? Ich bin motiviert wie nie. Uni? Das kann warten. Putzen? Aber nur das Nötigste. Solange es nicht schimmelt, ist doch alles in Ordnung. Essen? Wozu gibt es den Pizzaservice? Schlaf? Wozu hat Gott denn sonst das Koffein erfunden? Ich schreibe. Knapp 4000 Wörter pro Tag im Durchschnitt. Ich kann kaum noch aufhören. Als ich es am 25. um sechs Uhr morgens geschafft habe, bin ich überglücklich. Ich habe eine Schlafstörung, seit Tagen nicht mehr vernünftig gegessen und meine Freunde haben mich auch schon ewig nicht mehr gesehen. Und mir könnte es unmöglich besser gehen. Ich habe es geschafft. Ich habe gewonnen! Die Geschichte ist zwar immer noch nicht fertig, aber was soll’s. Beim Treffen geht es mir auch großartig. Ich schreibe sogar weiter, wir sprinten nämlich, soll heißen: Jeder schreibt 20 Minuten lang so schnell wie möglich und danach zählen wir, wie viel wir geschrieben haben. Am Ende habe ich acht neue Seiten in meinem Block beschrieben. Nur abtippen muss ich sie noch. Ich bin sowieso fast fertig, das hat noch Zeit. Jetzt ist erstmal Ausruhen angesagt. Und die Weihnachtsgeschenke für meine Familie. Eh ich mich versehe ist auch schon Weihnachten, und dann ist da noch mein Geburtstag. Erst danach fällt mir ein, dass es da noch etwas gab, was ich machen wollte. Da war noch eine Geschichte, und sehr, sehr schleppend schreibe ich. 800 Wörter am Tag vielleicht. Am 2. Januar ist es dann soweit. Ich bin fertig. 55.000 hart erkämpfte Wörter sind es schließlich, durch die ich mich gequält habe. Und mir wird klar, dass das nur der Anfang war. Der einfache Teil. Ich muss noch verbessern und editieren, und die Fakten überprüfen. Überhaupt, am besten wäre es wohl, wenn ich die Geschichte noch einmal komplett neu schreiben würde und nur die guten Teile übernehme. In diesem Moment wird mir klar, dass Schreiben wirklich nichts für Schwächlinge ist.
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| Ein argumentatives Kochrezept oder: Ein Essay Schritt für Schritt |
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Ein Essay ist eine „kurze, geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden“, das behauptet zumindest Wikipedia. In Wahrheit, und das gibt Wikipedia mit dieser Definition schließlich auch mehr oder weniger zu, ist der Essay ein eher schwammig umrissenes Thema. Man ist sich ja noch nicht einmal über sein Geschlecht einig. Diese Ungenauigkeit mag auch der Grund dafür sein, dass viele von uns Hobbyautoren sich mit ihm so schwer tun. Aus diesem Grund habe ich hier ein paar Tipps zusammengestellt: Tipp Eins: Kenne dein Problem! Auf den ersten Blick scheint das natürlich sehr einfach zu sein, immerhin hat man ja schon die halbe Arbeit getan, wenn man weiß, worüber man schreiben will. Doch wie bei allem im Leben ist die ganze Sache viel verzwickter, als sie auf einen unbedarften Autoren zunächst wirkt, denn jedes Thema, mag es noch so simpel sein, will gründlich recherchiert werden. Da reicht es auch nicht, wenn man sein Halbwissen aus der Schule hervorkramt und versucht so zu wirken, als wisse man, worüber man spricht. Irgendeiner der Leser wird sich mit dem Thema nämlich mit Sicherheit besser auskennen, vielleicht nur aus Interesse, oder vielleicht schreibt er aber auch gerade seine Doktorarbeit darüber. Außerdem kannst du natürlich erst dann wirklich wissen, ob deine Arbeitshypothese überhaupt als Grundlage für einen Text taugt, wenn du dich genauer mit deinem Thema beschäftigt hast. Ein Thema wäre beispielsweise „Homosexualität in Mangas“. Tipp Zwei: Was will ich eigentlich? Die Arbeitshypothese ist mehr oder weniger das, worauf der Text aufbaut. Schreib sie dir am besten auf, bevor du sie wieder vergisst. Dann hast du sie immer vor Augen, wenn du schreibst, und es kann dir nicht so leicht passieren, dass du plötzlich über etwas komplett anderes schreibst. Das kann zwar auch interessant sein, wenn du noch bei der Vorschrift bist, denn dann kannst du die Hypothese im Nachhinein noch ändern, bevor du den Text veröffentlichst. Deinem Leser solltest du aber diese verschriftlichten Gedankengänge ersparen, denn ohne einen roten Faden, dem er folgen kann, ist dein Essay für ihn entweder verwirrend oder langweilig. Exkurse sind natürlich trotzdem erlaubt, aber sie sollten eben nur das bleiben: Exkurse. Eine Arbeitshypothese wäre zum Beispiel: „Homosexualität im Manga hat nichts mit Homosexualität im realen Leben zu tun.“ Tipp Drei: Habe eine Meinung! Ein Essay (und natürlich auch ein Kommentar!) lebt davon, dass du deine eigene Meinung deutlich vertrittst. Vergiss also, was man dir in der Schule und in der Universität eintrichtert. Ein Text, in dem du nur die Ansichten anderer, die du vorher natürlich ausführlich recherchiert hast, wiederkäust, freut zwar deinen Lehrer, aber ein Leser liest einen Essay vor allem wegen deiner Meinung, denn schließlich erwartet er von dir ja keinen neutralen Zeitungsartikel. Und du willst schließlich auch keinen schreiben. Ein Beispiel für eine Meinung: „Ich mag nicht, wie Homosexualität im Manga dargestellt wird, weil sie nichts mit der Realität zu tun hat.“ Tipp Vier: Kommen wir zum Anfang! Am Anfang deines Textes solltest du auf jeden Fall deutlich machen, was dein Leser von ihm zu erwarten hat. Benenne also das Thema und eventuell deine Hypothese und führe ihn sanft in das Thema ein. Dein Leser ist nämlich in Regel kein Spezialist, und du solltest es sein. Stell dir den Anfang deines Textes einfach als Frage vor (natürlich muss er nicht als solche formuliert sein). Der Rest deines Textes sollte dem Leser schließlich eine Antwort auf diese Frage versprechen (und natürlich auch bieten). Tipp Fünf: Und hier kommt auch schon der Mittelteil! Im Mittelteil des Textes kannst du das Thema lang und breit auswälzen, solange du dabei den roten Faden im Auge behältst und nicht ins Irrelevante abdriftest. Achte dabei immer darauf, dass du dich nicht ständig wiederholst. Natürlich willst du deine Meinung untermauern, aber auf die Dauer ist es doch langweilig, wenn du die ganze Zeit über dasselbe Argument redest. Achte also darauf, dass du immer etwas Neues einbringst und nicht nur zehn Beispiele für etwas anführst, wofür eines genügt hätte. Tipp Sechs: Wo war ich noch mal? Nach dem Mittelteil kommt auch schon das Ende. Das ist auch der Punkt, an dem du dich noch einmal an die Arbeitshypothese erinnern solltest, besonders, wenn du sie vorher zwischenzeitlich aus den Augen verloren hast. Die Frage, die du mit dem Anfang aufgeworfen hast, musst du hier nämlich beantworten, und deine Hypothese kannst du verifizieren oder falsifizieren. Oder vielleicht sind dir auch nur eine Menge anderer Fragen eingefallen und kannst keine definitive Antwort geben. Auch das solltest du sagen. Wenn du das nicht machst, wirkt der Text irgendwie unabgeschlossen. Und das ist nicht gerade wünschenswert, wenn du es nicht so beabsichtigt hast. Das hier ist selbstverständlich nicht die einzige Methode um einen Essays zu schreiben, aber es ist eine, mit der ihr hoffentlich arbeiten könnt, wenn ihr noch nicht so viel Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt habt. Eigentlich sollte ein Essay nämlich einfach eine Ansammlung von Gedanken sein, die stilistisch ansprechend gestaltet wurden. Ein Essay ist kein Sachtext, er sollte provozieren, polarisieren und ganz und gar subjektiv sein. Er ist auch kein Mittel, mit dem ihr Eure Erfahrungen aufarbeitet. Bei einem Essay geht es um Meinungen und darum, sie zu verteidigen und mit sich selber auszudiskutieren. |
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| Ein Blick in den Obstkorb oder: Diese lästigen Bezeichnungsprobleme |
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Jeibt, kennt das Problem: Man hat Lust auf einen kleinen Snack oder einfach keine Zeit, und würde deshalb gerne eine Kleinigkeit für Zwischendurch lesen. Nur was? Ein Drabble vielleicht? Oder doch lieber ein Ficlet, man hat schließlich doch noch etwas mehr Zeit? Und wie wär’s mit einer Nanofic, einer Droubble oder einer Flashfic? Nein, ich hätte dann doch lieber eine Vignette. Nein, keinen Aufkleber, eine Vignette! Vin-yett! Versteht denn hier keiner, wovon ich rede? Gratulation an all jene, die diese Wörter vorher schon einmal gehört haben. Und die unter euch, die wissen, worum es sich bei all diesen Leckerbissen handelt, verdienen einen Fandom-Verdienstorden. Ich gehöre jedenfalls nicht zu diesem ausgewählten Kreis, denn ich habe all das erst herausgefunden, als ich mich anschickte, die Unwissenden unter euch (und mich selbst) über das Drabble aufzuklären. Vor langer Zeit nämlich (zumindest in Internet-Jahren) wollte ich selber ein Drabble schreiben, nur wusste ich nicht, was genau überhaupt ein Drabble war. Also warf ich einen kurzen Blick auf Wikipedia, um mich zu informieren. Wie alle anderen der oben genannten Begriffe stammt auch das Wort „Drabble“ aus dem Englischen (Es geht auf einen Sketch von Monty Python zurück), und selbst dort wird es oft im falschen Zusammenhang gebraucht. Ein Drabble ist, um es kurz zu sagen, eine kurze Geschichte mit Pointe, die exakt hundert Wörter lang ist. Nicht 99 und auch nicht 101, sondern exakt 100, den Titel nicht mitgerechnet. Das Drabble ist eine mehr oder minder anerkannte literarische Form. Ein Drabble findet sich zum Beispiel in Neil Gaimans Kurzgeschichtensammlung Smoke and Mirrors. Im Fan-Jargon jedoch wird das Drabble oft als Bezeichnung für andere Geschichtsformen benutzt, obwohl man eigentlich erwarten sollte, dass die Leute, die das Wort „Drabble“ verwenden, wissen was es bedeutet. Das häufigste dieser Synonyme ist wohl das Ficlet, das als Geschichte mit weniger als tausend Wörtern definiert wird. Auf Deutsch würde man vielleicht von oder „Geschichtchen“ sprechen, einer niedlichen, nicht ganz ausgewachsenen Fanfiction. Doch obwohl das Wort „Ficlet“ noch recht häufig vorkommt, ist es eines der Opfer der Drabbleisierung. Denn obwohl es möglich ist, ein Drabble als Ficlet zu bezeichnen, ist ein Ficlet nicht automatisch auch ein Drabble. Vergleichsweise seltene Opfer der Drabbleisierung sind das Droubble, die Nanofic und die Flashfic. Sie alle haben gemeinsam, dass sie per Definition mit einer Wortbegrenzung arbeiten. Das Droubble ist ein doppeltes Drabble und hat exakt 200 Wörter (das seltenere Trabble hat 300), die Nanofic hat weniger als hundert Wörter (sprich: 99 Wörter oder weniger), und die Flashfic weniger als 500 Wörter. Sie alle sind vergleichsweise selten, und man kann sich glücklich schätzen, wenn einmal einem Exemplare dieser Gattungen über den Weg läuft, vor allem, da sie doch alle unter dem Oberbegriff „Ficlet“ zusammengefasst werden können. Die Vignette schließlich besitzt keine Wortbegrenzung, im Gegensatz zu ihren Cousins. Sie verzichtet ebenso auf einen Plot, und baut stattdessen auf szenische Beschreibungen, Eindrücke oder auch Ideen. Sie ist das literarische Äquivalent zu einem Schnappschuss oder einer Skizze, und ihr haftet etwas Unvollkommenes an. Natürlich gibt es noch einige andere, extrem seltene Formen (das Dribble mit genau 50 Wörtern, um nur eine zu nennen), und die Definition der Kurzgeschichte ist mehr als umstritten. Ich hoffe nur, dass ich das nächste Mal, wenn ich nach einer Drabble suche, auch eine finde, und dass ich öfter einer Vignette begegne. Substantive mit V gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige im deutschen Sprachgebrauch, zumindest solche, die nicht mit einem Wortbildungsmorphem entstanden sind. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal. |
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| Das Auge isst mit oder: Plädoyer für Format |
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Kennt ihr das? Ihr möchtet etwas auf dem Computerbildschirm lesen, aber so sehr ihr euch auch konzentriert, ihr könnt einfach nicht bei der Zeile bleiben? Aber keine Sorge, euch kann geholfen werden. Mit Format! Ich möchte euch nun bitten, einmal ein Buch aufzuschlagen, oder wenn ihr gerade keines zur Hand haben, stellt euch bitte einfach eine normale Buchseite vor. Seid ihr soweit? Dann möchte ich euch jetzt ein paar Fragen stellen: Ist die Seite bis auf den letzten Fetzen Weiß bedruckt? Passen drei ungefähr normal lange Sätze in eine Zeile? Gibt es Absätze? Ist die Schrift so klein, dass ihr eure Nasen aufs Papier drücken müsst? Könnt ihr die Sätze dank Hintergrundbild kaum entziffern? Ich wage zu behaupten, dass ihr alle diese Fragen verneinen könnt. Der Grund dafür ist eine lange Tradition der Bruchdruckerei, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, sämtliche unleserlichen Formatierungen auszumerzen. Da wäre zunächst einmal der Seitenrand, der einem das Lesen doch angenehmer gestaltet. Stellt euch nur einmal vor, ihr müssten immer den Daumen vom Papier nehmen, um das Ende der Zeile zu lesen. Sehr unpraktisch. Außerdem werden Zeilenlänge und -abstand mit der Schriftgröße und -art so ausbalanciert, dass die Augen leicht von einer Zeile zur nächsten springen können, ohne aus Versehen in der übernächsten zu landen. Und natürlich sind die meisten Bücher Schwarz auf Weiß gedruckt, oder zumindest zweifarbig, sodass nichts vom Text ablenkt. Gäbe es die Typografie[1] nicht, ich kann euch versichern, es gäbe weitaus weniger Menschen, die sich in ein Buch vertiefen könnten. Was aber bleiben euch nun für Möglichkeiten, das Lesen im Internet (zumindest anderen) zu erleichtern? Nun, natürlich könnt ihr euch bemühen, die eigene Internetseite entsprechend lesetypografischer Regeln zu gestalten. Die meisten von euch besitzen aber vermutlich keine tieferen Kenntnisse der HTML-Sprache und fühlen sich noch weniger dazu berufen, viel Zeit und Arbeit auf etwas zu verwenden, das euch am Ende so oder so kaum etwas bringt. Daher müsst ihr euch wohl damit begnügen, die Welt in Archiven und Foren zu verbessern. Und obwohl ihr dort für gewöhnlich keinen Satzspiegel[2] ausarbeiten könnt, könnt ihr euch anders behelfen. Die erste dieser Möglichkeiten ist der weithin unterschätzte Absatz. Absätze, auch wenn es auf den ersten Blick anders scheint, werden nicht willkürlich eingesetzt. Zumeist ordnen sie den Text nach Sinnzusammenhängen. Nach dem Absatz soll der Leser also einmal kurz innehalten, durchatmen und seinen Geist auf den neuen Absatz vorbereiten. Besonders wichtig ist, dass ein Absatz bei einem Sprecherwechsel im Text eingesetzt wird. Aber darauf will ich hier nicht genauer eingehen. Andere haben zu diesem Thema schon besser und länger geschrieben, als ich es beabsichtige. Ich möchte nur noch eine Lanze für den Doppelabsatz brechen, den es zwar nicht in Büchern gibt, der aber online, dank der oft ausgesprochen langen Zeilen, ein echter Segen ist. Er sorgt dafür, dass ihr die Absätze gut auseinander halten könnt, auch wenn er bei Dialogen ein wenig lächerlich erscheint. Wichtig ist jedoch, dass ihr den Doppelabsatz konsequent einsetzt, andernfalls führt er nur zu mehr Verwirrung. Weiterhin möchte ich davon abraten, Hintergrundbilder zu verwenden, zumindest, sofern es euch wichtig ist, dass eure Leser die Texte ohne Zuhilfenahme von Mauszeigermarkierungen lesen können. Denn Bilder senden die Botschaft aus, dass es euch nicht in erster Linie um den Text geht, sondern um das Bild. Bilder werden grundsätzlich zuerst wahrgenommen, und eure Leser werden während des Lesens immer wieder versucht sein, das Bild zu betrachten. So verlieren sie leicht den Faden. Außerdem möchte ich euch bitten, für längere Texte keine bunten Farben oder dubiose Satzzeichenkombinationen zu verwenden, die deutlich machen sollen wer gerade auf welche Art mit wem kommuniziert. Ihr habt zumeist zwei Formatmöglichkeiten für eure Texte (fett und kursiv), mit denen ihr in solchen Fällen arbeiten könnt, aber trotzdem sollte der Textinhalt auch ohne diese Markierungen zu erfassen sein. Die entsprechenden Hinweise könnt ihr zum Beispiel in den Text verlagern, indem ihr Formeln wie „gab er ihr telepathisch zu verstehen“ verwendet. Es ist außerdem nicht gerade ratsam, ganze Kapitel in Kursivschrift zu setzen. Die von Computern verwendete Kursivschrift ist in der Regel keine „echte“, die eigene Buchstaben besitzt, sondern lediglich eine Verzerrung der Grundschrift. Der Text wirkt dann besonders bei kleineren Schriftgrößen stark verpixelt. Also, denkt immer daran: Weniger ist mehr! Weniger Text auf mehr Platz. Weniger Wörter in mehr Absätzen. Weniger Schmuck in mehr Text. Das hat Format! [1] Unter Typografie versteht man alles, was die Schriftgestaltung im Layout anbelangt, während |
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| Fanfiction auf Bestellung: über Prompts und Wünsche |
A/N: Grundlage für diesen Text stellen insbesondere die Texte von liviapenn und penknife dar, die ich jedem nur ans Herz legen kann, der Englisch kann. Beide haben das hier so viel besser dargestellt als ich. Stellt euch vor ihr habt eine Idee für eine Geschichte. Eine wie ihr glaubt wirklich gute Idee. Nur aus irgendwelchen Gründen wollt oder könnt ihr sie nicht selber in die Tat umsetzen. Vielleicht fühlt ihr euch dem Thema nicht gewachsen, oder ihr habt schon eine Menge anderer Ideen, die euch mehr am Herzen liegen. Dafür gibt es ja die Weihnachtszeit mit dem Wichteln. Und auch Gruppen und Foren, in denen ihr Grundideen darlegen könnt, die dann ein anderer Autor, dem vielleicht gerade nichts einfällt, schreiben kann. Zu all diesen Gelegenheiten müsst ihr eure Wünsche so formulieren, dass der andere sie auch erfüllen kann, denn natürlich wollt ihr eine Geschichte bekommen, die euren Wünschen entspricht. Aber das liegt ja nicht mehr nur bei euch, sondern zum größten Teil bei dem Autor eurer Wunschgeschichte. Der möchte auf keinen Fall etwas schreiben, das ihm nicht gefällt, und natürlich möchte er auch ein Wörtchen mitreden bei der Geschichte. Deshalb ist es von größter Bedeutung, wie ihr eure Wünsche (auch Prompts genannt) formuliert.
Das bedeutet, ihr müsst eure Wünsche so formulieren, dass die Person am anderen Ende der Telefonkabel auch in der Lage ist, euren Wunsch nachzuvollziehen ohne zwischen den Zeilen zu lesen. Es sollte alles da stehen. Wenn ihr euch also eine Liebesgeschichte zu einem bestimmten Pairing wünscht, reicht es in der Regel nicht, nur das Pairing anzugeben. Ihr solltet auch sagen, dass ihr eine Liebesgeschichte wollt. Eine Ausnahme stellen hier die wirklich seltenen Pairings dar, die vorher noch niemand geschrieben hat. Aberforth Dumbledore/Colin Creevey zum Beispiel. Das liegt aber auch daran, dass ein Fan eines seltenen Pairings sich in der Regel über absolut alles freut, was man ihm zu lesen gibt. Würde es euch auch so gehen, wenn ihr euch eine Harry/Draco-Geschichte wünscht? Vermutlich nicht, denn ihr habt wahrscheinlich schon eine Menge anderer Geschichten mit dem Pairing gelesen (und eure Vorlieben entwickelt). Vielleicht mögt ihr es lieber, wenn Harry zu den Bösewichten überläuft, während der Autor, der sich eures Wunsches annimmt, es lieber sieht, wenn Draco zu den Guten gehört. Das kann der Autor selbstverständlich nicht ahnen, wenn ihr ihm das nicht sagt. Ihr solltet in diesen Fällen also etwas weiter ausführen, und wenn ihr nur schreibt, dass ihr euch über wirklich alles freut (wenn dem denn so ist).
Wenn ihr keine Slash-Geschichte lesen wollt, sagt das. Wenn ihr kein MPreg lesen wollt, sagt das. Wenn ihr kein Inzest lesen wollt, sagt das. Denn der Autor der Geschichte sitzt nicht in eurem Kopf. Vielleicht denkt er sogar, dass die Idee, die euch so am Herzen liegt, wirklich wunderbar mit Slash/MPreg/Inzest funktioniert. Gleichzeitig solltet ihr aber auch nicht mit so hilfreichen Kommentaren wie „Keine Badfics, bitte“, „Keine Pairings, die überhaupt nicht zusammenpassen“ oder „bitte kein beschränktes Personenfeld“ kommen. Das Problem hierbei ist nämlich, dass der Autor womöglich ganz andere Vorstellungen davon hat, was eine Badfic ausmacht, welche Pairings unrealistisch sind und was ein beschränktes Personenfeld ist. Nennt also nur Dinge, bei denen die Definition wirklich klar umrissen ist (Folter, Vergewaltigung und Sex, um nur einige zu nennen). Außerdem solltet ihr euch damit zurückhalten, zu viele Sachen zu nennen, wenn ihr den Wunsch nicht im Rahmen einer Fanfiction-Tauschaktion oder fürs Wichteln äußert. Denn dort ist der Autor a) verpflichtet euch etwas zu schreiben, dass ihm womöglich gar nicht so gefällt und b) bekommt der Autor da auch eine Gegenleistung für seine Mühen. Bei allen anderen Gelegenheiten solltet ihr eure Wünsche so attraktiv wie möglich machen, damit ihr nicht zu viele potentielle Autoren abschreckt. Schreibt wirklich nur das auf, mit dem ihr unter keinen Umständen leben könnt; gleiches gilt übrigens auch für die Dinge, die ihr euch wünscht. Denkt beim Schreiben daran, dass der potentielle Autor ebenfalls ein Fan ist, der die Canon-Begriffe und die grundlegenden Fandom-Bezeichnungen ebenso kennt wie ihr.
Sicher, ihr habt diese Geschichte im Kopf, und in eurem Kopf sieht sie einfach wunderbar aus. Wenn ihr wirklich eine komplette Geschichte im Kopf habt, die ihr genauso geschrieben haben wollt, dann schreibt sie selber. Niemand wird die Geschichte jemals so hinbekommen wie ihr sie haben wollt, erst recht nicht ohne mehrere Seiten voll mit Notizen und Anmerkungen von euch. Außerdem wird niemand eine Geschichte schreiben wollen, bei der er selbst nichts mehr zu sagen hat. Oder würde es euch etwa reizen, die folgende Geschichte zu schreiben: „Harry und Draco müssen sich zusammenraufen, denn sie hängen in einem Todesserversteck fest (Draco konnte zu viele Wünsche von Voldemort nicht erfüllen und Harry wurde in den Ferien bei den Dursleys entführt). Natürlich streiten sie sich dabei viel und wegen einer dieser Streitereien scheitert ihr erster Fluchtversuch. Doch dann sehen sie ein, dass es so nicht mehr geht und sie vertragen sich. Draco gesteht Harry, dass er schon ziemlich lange in Ginny verliebt ist und Harry deshalb nicht mochte. Harry denkt dann darüber nach, wie er ihr gegenüber überhaupt fühlt, und kommt schließlich mit Dracos Hilfe (sie sind inzwischen Freunde) darauf, dass er doch eigentlich Luna viel lieber mag. Mit vereinten Kräften gelingt es ihnen schließlich zu fliehen und Harry hilft Draco dabei mit Ginny zusammenzukommen, während Draco (der viel mehr Ahnung von Styling und so hat) Harry mit Luna verkuppelt. Als Ende hätte ich gerne eine Szene, in der sie beim Abschlussball miteinander tanzen.“ Hier kann der Autor sich kaum noch selber einbringen, sogar das Ende wird ihm vorgeschrieben. (Aus diesem Grund betrachte ich „Happy End“ auch als zu viel des Guten bei den Wünschen) Und außerdem ist bei so einer langen Liste an Plotvorschlägen höchstwahrscheinlich etwas dabei, das der Autor so nicht unterstützen kann. Vielleicht denkt er, dass Harry niemals jemanden verkuppeln würde. Oder dass Draco Harry nie so etwas wie die Liebe zu Ginny gestehen würde. Vielleicht hasst der Autor auch einfach nur Abschlussball-Szenen oder Geschichten, die in Gefängnissen spielen.
Vielleicht wird sie besser. Vielleicht schlechter. Auf jeden Fall wird sie anders. Auch solltet ihr ein Prompt nicht so schreiben, dass ihr mit einer festgesetzten Länge rechnet, wenn diese über die Grundlänge, wie sie zum Beispiel bei Yuletide existiert, hinausgeht. 1000 Wörter als Minimum kann man noch erwähnen. 10.000 dagegen wird kaum noch einer erfüllen wollen oder können. Wenn ihr gar ein episches Werk fordert, wird niemand euren Wunsch erfüllen, denn die meisten Autoren verwenden soviel Zeit und Mühe lieber auf ihre eigenen Geschichten. Für andere Leute schreiben sie, weil ihnen langweilig ist, weil sie bei einer Wichtelaktion selber einen Wunsch erfüllt bekommen möchten oder um die Zeit zu überbrücken, bis ihnen die nächste Idee kommt. Der Autor ist nicht in erster Linie dazu da, euren Wunsch zu erfüllen. Wenn er es dennoch tut, solltet ihr dankbar sein, auch wenn die Geschichte vielleicht gar nicht so geworden ist wie ihr es wolltet. Denn alles ist besser, als gar keine Reaktion auf den Wunsch zu bekommen.
Überlegt euch ganz genau, was ihr wirklich wollt, und versucht es so kurz wie möglich zu formulieren. Wenn euch das schwer fällt, arbeitet am besten mit Beschränkungen. Zum Beispiel könnt ihr euch vornehmen, nur ein Pairing zu nennen oder Alternativen, von denen nur eine wirklich vorkommen muss. Außerdem könnt ihr die Plotelemente, die ihr nicht oder unbedingt wollt, auf höchstens fünf Begrenzen. Bei der Grundidee der Geschichte könnt ihr beispielsweise versuchen, alles auf einen Satz zu begrenzen. Ein Beispiel: Fandom: Harry Potter Der Autor, der sich dieses Wunsches annimmt, hat eine Menge Möglichkeiten, diesen Wunsch zu erfüllen, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint. Ron muss nicht zwangsläufig schwanger sein – und beide müssen nicht zwangsläufig die biologischen Eltern sein. Es ist lediglich gefordert, dass Ron und Hermine ein Paar sind, am Ende eventuell ein Kind haben (es könnte ja auch alles anders kommen) und ein Mann schwanger ist. Zusammenfassend kann ich euch also nur raten: Sucht für so etwas Wünsche aus, die man in einem Oneshot erfüllen kann und die dem Autor Spielraum für Interpretationen lassen. Liefert Ideen, die den Autor zum Denken bringen, aber schränkt den Autor dabei nicht zu sehr ein. Und gebt dem Autor Feedback, indem ihr ausdrücklich sagt, wie sehr ihr euch darüber freut, dass sich jemand eures Wunsches angenommen hat, auch wenn das Ergebnis eigentlich nicht euer Fall ist. Kritisieren könnt ihr natürlich trotzdem, aber kritisiert die Geschichte so, als wäre sie nicht für euren Wunsch geschrieben worden. Nichts sorgt besser dafür, Autoren vom Wünsche-Erfüllen abzuhalten, als Wünscher, die ihre Arbeit nicht zu schätzen wissen. Einen Kommentar schuldet ihr den Autoren nämlich auf jeden Fall. |
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| Z€iςhən$al@†: Seltene Zeichen und wie man sie verwendet |
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Ðaş ðeut∫che @łphabet b3$təht ∂us 26 … Moment. Das deutsche Alphabet besteht aus 26 Buchstaben, die es einmal als Klein- und einmal als Großbuchstaben gibt. Hinzu kommen noch einmal drei Umlaute (ebenfalls in Groß- und Kleinbuchstaben) und das ß (Eszett), welches man in der Schweiz nicht verwendet und das bisher offiziell über keinen entsprechenden Großbuchstaben verfügt. Will man ein Wort nur mit Großbuchstaben schreiben, so ersetzt man es mit „SS“. Dazu gehören noch die 10 Zahlen. Um das Ganze abzurunden kommen zu diesen 69 Zeichen noch Punkt, Komma, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Semikolon, Doppelpunkt, Apostroph, zwei bis vier Klammern, zwei bis vier Anführungszeichen sowie Geviert-, Halbgeviert- und Viertelgeviertstrich hinzu (der englische Gedankenstrich, der deutsche Gedankenstrich und der Bindestrich heißen so in der Typografie). Und der Schrägstrich, wenn man ihn denn braucht. Mit diesen 88 Zeichen kann man für gewöhnlich jede Geschichte schreiben, auch wenn viele Leute gut ohne Semikolon, Geviert- und Schrägstrich auskommen und nur je einen Satz Gänsefüßchen und Klammern benötigen. 81 also. 88 Zeichen sind doch eine Menge, nicht wahr? Und natürlich gibt es für alle Verwendungsregeln, die jeder von uns in der Schule lernt. >>Hin & wieder stolpert<< .... Das = nicht zu fassen¡ *headdesk* Ich fange schon wieder damit an. Hin und wieder stolpert man aber doch über andere Zeichen, bei denen man die Wahl hat, ob man sie verwenden möchte oder nicht: °, $, €, &, *, # und % zum Beispiel. Schließlich kann man auch gut mit vier Grad Celsius leben, einem Dollar, zehn Prozent und einem „und“ im Firmennamen. Vielleicht möchte man sie dennoch verwenden. Dann sollte man die Regeln beachten, die es für alle diese Zeichen gibt. Das & (Et-Zeichen) gehört nur in Firmennamen; die Währungszeichen, das Gradsymbol und das Prozentzeichen werden nur in Verbindung mit Zahlen genannt. Das Rautenzeichen wird im deutschen Sprachraum hauptsächlich für Programmiersprachen und auf Telefontastaturen verwendet. Das Sternchen dient der Angabe des Geburtsdatums, als Trennzeichen zwischen Abschnitten und als Zeichen für Fußnoten. Die Auslassungspunkte gehören ebenfalls in diese Gruppe, denn sie können entweder als drei Punkte geschrieben werden, oder aber als ein Zeichen (…), auf das am Satzende kein Punkt mehr folgt und vor dem in der Regel ein Leerzeichen steht. Außerdem sind es grundsätzlich drei Punkte, keine zwei und auch keine vier. Es geht jedoch noch obskurer: Im Deutschen gibt es mehr als die zwei bekannten Anführungszeichenpaare (‚die einfachen‘ und „die doppelten“). Die Alternative: die französischen Anführungszeichen, die ebenfalls »doppelt« oder ›einfach‹ verwendet werden können – und zwar spiegelverkehrt zu der tatsächlichen französischen Verwendung (Ausnahme: Schweiz und Liechtenstein). Man muss sich beim Schreiben allerdings für einen Satz entscheiden. Aber was soll’s, in manchen Büchern verzichten die Autoren schließlich ganz auf Gänsefüßchen und verwenden einfach Gedankenstriche. Tendenziell kann man aber sagen, dass der Trend in Romanen eher zum Minimalismus denn zum Ausschweifenden geht: Im Gegensatz zu so mancher Fanfiction werden dort das Sternchen und die Tilde nicht als Anführungszeichen verwendet. Mathematische Symbole (<, >, +, ~ , =) haben im Text auch nur dann etwas zu suchen, wenn sie Teil mathematischer Formeln sind. Die Verhältniszeichen sind keine Satzzeichen, das Plus ersetzt kein „und“ und das Gleichheitszeichen kein „ist gleich“. Es sei denn natürlich die Geschichte ist aus der Sicht eines Mathematikers geschrieben, der die Welt um sich in Formeln wahrnimmt. In diesem Fall sind sie aber ein besonderes stilistisches Mittel, das den Charakter dem Leser näher bringen soll. Will man einfach nur cool wirken, sollte man es lieber lassen (es funktioniert nämlich nicht). … Unð weil fie fo fchœn ift und wir früher gerne Frakturfchrift gelefen haþen؟ Komplizierter wird es da schon, wenn man auf andere Sprachen zurückgreift – oder die Vorstufen zur eigenen. Will man älteres Deutsch darstellen, bringt es einem nämlich gar nichts, einfach jedes kleine S durch ein F zu ersetzen. Erstens ist das ſ (ein langes s) ein eigenständiger Buchstabe, der nicht unbedingt wie ein f aussehen muss, und zweitens wird das s weiter verwendet, hauptsächlich am Silbenauslaut und am Wortende. Man schreibt „Aussicht“ also „Ausſicht“ und nicht „Auſſicht“. Um den Buchstaben auch im Internet zu verwenden, braucht man dann allerdings meist Unicode. Das ist an und für sich nicht schwierig, nur eben ein bisschen Arbeit. Man sucht sich den Code für das entsprechende Symbol heraus (in diesem Fall 017F – Word ist da eine große Hilfe) und fügt es zwischen den Zeichen &#x und einem ; ein. ſ kodiert also ſ. Komplizierte (vor allem fremdsprachliche) Zeichen, die man nur verwenden sollte, wenn man auch wirklich weiß, wozu sie zu gebrauchen sind, sind beispielsweise: ð, þ, fi und fl. Bei den letzteren handelt es sich um sogenannte Ligaturen (zwei Buchstaben werden zu einer Einheit verschmolzen), und bei ersteren um zwei Buchstaben aus den altenglischen, altnordischen und isländischen Alphabeten. Will man wirklich ausgefallene Zeichen verwenden, bleiben einem übrigens immer noch der Interrobang (im Deutschen eigentlich nicht verwendet), eine Mischung aus Frage- und Ausrufezeichen (‽ – ‽ – nicht in allen Schriftarten verfügbar), und das Ironiezeichen (؟) um Aufsehen zu erregen. PS: Emoticons haben im Text natürlich auch nichts zu suchen. ^_~ |
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| Literarische Vorkoster: Über die Vorteile von Betalesern |
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Jeder Autor hat sich wahrscheinlich schon einmal eine der folgenden Fragen gestellt: Ist meine Geschichte gut? Funktioniert die Liebesszene oder habe ich sie zu langweilig formuliert? Passt der Stil zu meiner Geschichte? Schwafle ich nur herum? Ich habe das Gefühl meiner Geschichte fehlt etwas, nur was? Habe ich zu viele Rechtschreib- und Grammatikfehler gemacht? Auf alle diese Fragen gibt es keine endgültige Antwort. Das soll aber nicht heißen, dass niemand euch dabei behilflich sein kann eine vorläufige Antwort zu finden. Deshalb rate ich: Fragt einen Betaleser. Natürlich sind nicht alle Betaleser auf allen Gebieten gleich bewandert; manche bevorzugen stilistische Korrekturen, andere sehen ihre Stärke bei Plotfehlern und Charakterisierungen und wieder andere finden jeden Rechtschreibfehler. Aber sie alle sind Betaleser. Der Begriff Beta stammt aus der Software-Entwicklung. Betatester testen eine vorläufige Version einer Software um alle übrigen Fehler zu finden, damit eine bessere Version entwickelt werden kann. Ähnlich ist es auch bei den Betalesern für Fanfiction: Sie lesen die Geschichte, finden alles, was noch verbessert werden kann, und schicken ihre Verbesserungsvorschläge schließlich an den Autor. Dessen Aufgabe ist es dann wieder, die Vorschläge entweder anzunehmen oder abzulehnen. Die grundlegendste Aufgabe eines Betalesers ist erst einmal das Finden von Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehlern. Ein Text, der voll von ihnen ist, ist immer schwer zu lesen und wirft ein schlechtes Licht sowohl auf den Autor wie auch auf den Betaleser. Natürlich muss der Text am Ende nicht perfekt sein. Sogar den Profis passiert es hin und wieder, dass sie den einen oder anderen Fehler übersehen. Es sollten aber am Ende nicht mehr als eine Handvoll Fehler übrig bleiben. Besonders wichtig ist es dabei, auf die Schreibweise der Namen der Canon-Charaktere zu achten und darauf, dass sich die Fehler nicht ständig wiederholen. Wenn ein Fehler nur einmal auftritt, können die Leser ihn immer noch auf Unachtsamkeit zurückführen. Je öfter er auftaucht, desto tiefer gräbt er sich in das Bewusstsein der Leser und kann sie im Endeffekt so sehr stören, dass sie ganz zu lesen aufhören. Alle anderen Korrekturen (Stil, Plot, Charakterisierung) sind da schon schwieriger, denn bei ihnen kann sich der Betaleser nicht einfach nach einem Buch richten, auch wenn zumindest beim Stil der Duden noch hilfreich sein kann. Es gibt in diesen Bereichen keine absoluten Wahrheiten mehr. Außerdem muss der Betaleser deutlich unterscheiden zwischen dem, was er machen würde, und dem, was der Autor machen würde. Das Bauchgefühl, so hilfreich es auch sein mag, ist nämlich oft trügerisch. Kein Autor schreibt wie der andere, auch wenn besonders im Fanfiction-Bereich einige zu finden sind, die sich dem Stil eines anderen Autors gut anpassen können. Die wichtigste Frage, die ein Betaleser sich stellen sollte, wenn er eine Geschichte korrigiert, ist diese: Was will der Autor mit der Geschichte/dieser speziellen Szene/diesem Stilmittel? Nur wenn man als Betaleser die Antwort auf dieses Rätsel gefunden hat, kann man seine Arbeit wirklich machen. Zur Not muss man sich an den Autor wenden und ihn fragen. Anhand der Antwort stellt man sich dann nämlich folgende Fragen: Erreicht der Autor sein Ziel? Ja. Gibt es etwas an der Geschichte/Szene/Wortwahl, was das Erreichen des Ziels verhindert? Nein. Gibt es einen besseren Weg für den Autor, sein Ziel zu erreichen? Nein. Sollte eine der Antworten nicht so wie angegeben ausfallen, muss der Betaleser die Problemstellen ausfindig machen und Alternativen vorschlagen. Das gilt auch für den Stil. Der Stil eines Autors muss nämlich eine Funktion in der Geschichte erfüllen. Wenn man in einem Historienroman moderne Ausdrücke und Sprache verwendet, hat man als Autor in der Regel einen Grund dafür. Vielleicht will man bewusst anachronistisch sein, um den Lesern die Zeit näher zu bringen. Der Betaleser muss dann feststellen, ob dieses Ziel erreicht wurde. Wenn nicht kann der Betaleser Verbesserungsvorschläge machen, wie man die Anachronismen besser einbauen könnte, oder er schlägt vor, die Anachronismen ganz wegzulassen. Das letzte Wort liegt beim Autor, mit dem der Betaleser sich in Problemfällen wirklich auseinandersetzen sollte. Wie sieht es aber aus, wenn Beta und Autor miteinander kommunizieren? Ich werde hier als Beispiel eine meiner eigenen Geschichten verwenden (mit Erlaubnis meiner Beta, selbstverständlich) um zu zeigen, wie die Alpha- und die Beta-Version einer Geschichte sich voneinander unterscheiden können. Der Titel der Geschichte ist (Im)Perfect, und ich habe sie vor allem deshalb gewählt, weil ich an ihr am meisten verändert habe. Die folgenden zwei Absätze sind aus der ursprünglichen Version, mit den Anmerkungen meiner Betaleserin: Sein Engel war außerdem nie ohne seinen besten Freund zu sehen/anzutreffen, einen Jungen mit wirren schwarzen Haaren und einer Brille. Die beiden steckten pausenlos die Köpfe zusammen und flüsterten. Lucius meinte sogar, den anderen Jungen zu erkennen. Potter oder so ähnlich. Er war Jäger im Quidditchteam von Gryffindor. Aber solange Slytherin nicht spielte, hatte Lucius Quidditch noch nie viel Beachtung geschenkt. Meine Veränderungen in der zweiten Version (blau) rühren vor allem daher, dass ich die recht kurzen Hauptsätze wirklich nicht beabsichtigt hatte: Sein Engel war außerdem nie ohne seinen besten Freund anzutreffen, einen Jungen mit wirren schwarzen Haaren und einer Brille. […] Nach weiteren Verbesserungsvorschlägen zur Geschichte allgemein und einer Erweiterung des Textes um ungefähr ein Viertel seines vorherigen Umfangs (violett), sieht der Textabschnitt wie folgt aus: […] Er war Jäger im Quidditchteam von Gryffindor, und seine Familie war relativ berühmt, obwohl sie eine der schlammblutfreundlichen Reinblüterfamilien war. Aber solange Slytherin nicht spielte, hatte Lucius Quidditch noch nie viel Beachtung geschenkt. So war ihm auch Potter aufgefallen. Seine Mannschaft hatte es doch tatsächlich geschafft, das Team von Slytherin in diesem Jahr zu besiegen. Lucius hatte sich noch Tage später darüber aufgeregt, und dass obwohl ihm Quidditch nicht wirklich gefiel. Aber welcher Slytherin ärgerte sich nicht darüber, gegen den Erzfeind verloren zu haben? Die Verbesserungen hier beziehen sich auf die Kritik meiner Beta daran, dass ich mich in der Geschichte nur auf die beiden Hauptcharaktere fixiere und nicht auf das Drumherum eingehe, was die Geschichte zu einseitig gemacht hat. Meine Betaleserin hat dann wieder Verbesserungen eingefügt (orange): […] Lucius hatte sich noch Tage später darüber aufgeregt, und das(s) sogar, obwohl ihm Quidditch nicht wirklich gefiel. Aber welcher Slytherin ärgerte sich nicht darüber, gegen den Erzfeind verloren zu haben? Erst dann waren wir beide mit dem Ergebnis zufrieden. Natürlich ist das hier ein Extremfall, meistens reichen ein oder zwei Durchgänge, um zu einem zufrieden stellenden Endergebnis zu kommen. Die meisten der Veränderungen im Text blieben hierbei mir überlassen. Ich habe schon oft das Argument gehört, dass der Betaleser zu viel am Text verändert und den Autor dadurch in seiner Freiheit zu sehr einschränkt. Selbstverständlich kann der Betaleser Vorschläge machen. Sie sollten aber immer als solche gekennzeichnet werden, sodass der Autor selbst entscheiden darf, ob er die Vorschläge übernehmen möchte. Ich übernehme die meisten Vorschläge, andere Autoren nicht. Außerdem kann man den Vorschlag auch in Teilen übernehmen und in Teilen dem eigenen Stil anpassen. Abschließend möchte ich noch sagen, dass es äußerst wichtig ist, guten Betalesern auch entsprechend zu danken. Im Endeffekt sorgen sie nämlich dafür, dass wir als Autoren gut dastehen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Ein Dankeschön zu Beginn der Geschichte ist zum Beispiel keine schlechte Idee. |
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| Plagiate: Was sie sind und was sie nicht sind |
A/N: Dieser Text wurde ursprünglich in Englisch unter dem Titel Plagiarism, What It Is And What It Isn’t, An Idiot’s Guide von mir auf Dreamwidth veröffentlicht. Wie dort bereits angemerkt, habe ich all mein Wissen aus einem Kurs zum Thema Urheberrecht. Ich studiere kein Jura. Außerdem ist es Absicht, wenn ich immer von Autorinnen spreche. Plagiate sind, laut Wikipedia, das Ausgeben „fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes oder Teil eines eigenen Werkes.“[3] Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Aber ich werde es noch ein bisschen weiter aufdröseln. Damit ein Werk ein Plagiat darstellt, muss es zwei Bedingungen erfüllen:
Seht ihr das „und“ in Fett da oben? Es ist wichtig. Was mich dazu bringt klarzustellen, was keine Plagiate sind:
Was bedeutet das also fürs Fandom? Ich werde das Ganze anhand einiger Beispiele erläutern. Einige sind frei erfunden, andere basieren auf Anschuldigungen, die ich tatsächlich schon gehört habe. I. „Jemand hat meine Geschichte genommen, sie Wort für Wort und Kapitel für Kapitel auf einer Website gepostet und nie erwähnt, dass ich die Autorin bin.“ Das ist einfach. Es ist ein Plagiat. Worte und Gedanken wurde gestohlen und als die von einer anderen ausgegeben. So etwas passiert außerdem ziemlich häufig im Fandom. II. „Jemand hat meine Geschichte genommen, sie ein wenig verändert, auf einer Website gepostet und nie erwähnt, dass ich die Autorin bin.“ Das ist immer noch ein Plagiat. Wenn etwas umformuliert wurde, dann ist es immer noch ein Plagiat. So ein Fall ist mir tatsächlich schon einmal untergekommen. Ich habe die Geschichte gemeldet und die Moderatoren haben sie innerhalb kürzester Zeit gelöscht. III. „Jemand hat meine Geschichte ohne mein Wissen genommen, sie auf einer anderen Seite veröffentlicht und mich als Autorin genannt.“ Das ist kein Plagiat. Es wurde deutlich erwähnt, dass die Posterin nicht die Autorin ist, folglich ist es kein Plagiat. Doch trotzdem hat die Posterin sich nicht richtig verhalten, denn auch auf Fanfics gibt ein Urheberrecht[5], und das hat sie hier verletzt. Je nach den Regeln des Archivs[6] wird die Fanfic auf deinen Wunsch hin entfernt. IV. „Jemand hat eine Geschichte mit demselben Plot geschrieben, den ich vor einer Weile benutzt habe.“ Hier hängt es davon ab. In den allermeisten Fällen ist das kein Plagiat. Der Plot muss schon äußerst viel mit einer äußerst originellen Geschichte gemeinsam haben, damit es eins ist. Es kommt nämlich sehr oft vor, dass zwei Autorinnen dieselbe Idee haben. Ich habe einmal auf ein Prompt hin eine Geschichte geschrieben, und zwei andere Autorinnen hatte exakt dieselbe Idee. Manchmal werden Autorinnen auch durch andere Geschichten inspiriert. Ideen sind schließlich frei. Deswegen gibt es so viele offensichtliche Indiana-Jones-Kopien und deswegen sind Romanzen oft ähnlich aufgebaut. Sollte die Geschichte aber eine andere auf vergleichsweise abstrakte Art umformulieren, ist es ein Plagiat. Damit das der Fall ist, muss die Geschichte aber denselben Aufbau und dieselben Szenen enthalten, wenn schon nicht die genauen Wörter. Außerdem reicht es nicht, wenn die ähnlichen Szenen in der Hälfte aller Geschichten des Fandoms vorkommen und auf einem Schlüsselelement des Canon beruhen. V. „Jemand hat einen Charakter, den ich für meine Fanfic erfunden habe, ohne meine Erlaubnis in seiner eigenen Geschichte verwendet, ohne mich als Erfinder zu nennen.“ Wenn der Charakter ohne jeden Zweifel deiner ist, gehört er auch dir. Eine andere behauptet, er wäre ihr Werk. Ein Plagiat. VI. „Jemand hat einen Charakter, den ich für meine Fanfic erfunden habe, ohne meine Erlaubnis in seiner eigenen Geschichte verwendet und mich als Erfinder genannt.“ Das ist kein Plagiat, ebenso wenig wie deine Fanfic ein Plagiat ist. Ob es auch eine Urheberrechtsverletzung ist, ist eine andere Frage. Ob das ein im Fandom akzeptables Verhalten ist, auch.[7] Siehe III. VII. „Jemand hat einen Charakter, der meinem sehr ähnelt, ohne meine Erlaubnis und ohne mich zu nennen in ihre eigene Geschichte eingebaut.“ (Ob ihr es glaubt oder nicht, das gibt es wirklich.) Nicht jeder Charakter, der blond, 1,80m, muskulös und mysteriös ist, wurde nach dem Vorbild deines Charakters geschaffen. Auch nicht, wenn seine Eltern starben, als er noch ein Kind war, seine Kindheit grauenvoll war und er dieselben Initialen hat. Für ein Plagiat muss es schon derselbe und nicht nur ein ähnlicher Charakter sein. Es gibt nur eine begrenzte Zahl von Bausteinen im Charakterbaukasten, einige sind beliebter als andere, und deswegen sind sich manche Charaktere einfach ähnlich. VIII. „Jemand hat einen fast unbekannten Canon-Charakter fast genauso geschrieben wie ich in meiner beliebten Geschichte, obwohl ich eine Vergangenheit und einen Charakter für ihn erfunden habe.“ Das ist kein Plagiat. Wie bei VII ist der Charakter nicht genau derselbe, und selbst wenn der Fall wie bei VI läge, wäre es kein Plagiat. Außerdem vergisst du dabei das Wichtigste: Er ist ein Canon-Charakter. Sogar in einem Fall wie bei V wäre es wahrscheinlich schwer, ein Plagiat zu beweisen, denn nicht alles an dem Charakter ist deine Erfindung. Um genau zu sein beschreibst du hier ein sehr bekanntes Phänomen namens Fanon. So etwas passiert die ganze Zeit. IX. „Jemand hat aus meiner Fanfic zitiert und mich als Autorin genannt, aber ich mag den Zusammenhang nicht.“ Wenn du namentlich genannt wurdest, ist es kein Plagiat. Solange der zitierte Teil vergleichsweise klein ist und der Text der Autorin dieses Zitat rechtfertigt (zum Beispiel bei einem Verriss oder einem MSTing), ist es noch nicht einmal eine Urheberrechtsverletzung. Kleinzitate sind legal. X. „Jemand hat ein Pairing geschrieben, das ich erfunden habe.“ Ein Pairing kann man nicht erfinden, sondern nur finden. Pairings sind Ideen und sie können dir nicht gehören. Wie ihr seht handelt es sich nur um ein Plagiat, wenn jemand die Arbeit einer anderen Person als ihr eigenes Werk ausgibt. Allgemein kann man sagen, dass eine Autorin nur an den sehr spezifischen Elementen einer Geschichte Rechte besitzt. J.K. Rowling besitzt nicht die Rechte an jedem Charakter namens Harry Potter, der dunkle Haare und grüne Augen hat. Sie besitzt die Rechte an einem Charakter namens Harry Potter, der neben dunklen Haaren und grünen Augen auch eine blitzförmige Narbe auf der Stirn hat, der ein Magier ist und dessen Eltern von Voldemort ermordet wurden. Autoren können ähnliche Ideen haben, manchmal sogar sehr ähnliche, und Plots werden ständig neu erzählt und mit anderen gemischt.
[3] [Quelle.] Ebenfalls laut Wikipedia kommt das Wort von dem lateinischen Wort für Kidnapping (plagium). Wer hätte das gedacht? |
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